VMware vCloud Connector 2.6

VMware hat eine neue Version des vCloud Connectors veröffentlicht. Der vCloud® Connector™ ist ein kostenloses Plug-In für VMware vSphere und erleichtert den Betrieb von hybriden Cloud Infrastrukturen. Dafür wird die eigene vSphere-Umgebung sicher mit der vCloud-basierten Infrastruktur eines Cloud Providers verbunden.  Über diese Verbindung können dann virtuelle Maschinen, vApps und Templates von einem Standort zum anderen kopiert werden. Außerdem können die Maschinen an allen verbundenen Standorten über ein einzige Konsole gemanagt werden. Neu ist in der Version 2.6 unter anderem der erweiterte Funktionsumfang, der vorher nur mit kostenpflichtigen Lizenzen genutzt werden konnte.

Wir haben uns den neuen vCloud Connector mal etwas genauer angeschaut.

Neuerungen in vCloud® Connector™ Version 2.6

  • Integration der erweiterten Funktionen wie Content Sync (automatische Synchronisation ausgewählter Templates an allen Standorten) und Datacenter Extension (Stretch Deploy)
  • Verbesserte Kopierfunktion (Transfer-Buffer, Check-Point Restart, Pre-Copy Checks)
  • Optionen zur Anpassung des Gastbetriebssystems (Guest Customization)
  • Wahl des Network Connection Mode („direct“ oder „fenced“) für die Bereitstellung einer vApp in der Cloud
  • Verbesserte Härtung, Fehlerbereinigung

VMware vCloud Connector in der Praxis

Installation

VMware vCloud Connector (vCC): 1 vCC Server mit Admin-Interface und vCC Nodes an jedem verbundenen Standort (Grafik: VMware) (Grafik: VMware)

VMware vCloud Connector (vCC): 1 vCC Server mit Admin-Interface und vCC Nodes an jedem verbundenen Standort (Grafik: VMware) (Grafik: VMware)

Der vCloud Connector (vCC) besteht aus dem vCloud Connector Server (vCC Server) und dem vCloud Connector Node (vCC Node). Der vCC Server ist eine vorkonfigurierte virtuelle Appliance, die das Admin-Interface (UI) über den Sphere Client bereitstellt und die Aktivitäten des vCloud Connectors koordiniert.  Der vCC Server wird in der eigenen vSphere Umgebung installiert und im vCenter registriert. Damit Inhalte zwischen den Standorten ausgetauscht werden können, benötigt man an jedem verbundenen Standort einen vCC Node. Dieser wird ebenfalls als virtuelle Appliance installiert und anschließend im vCC Server registriert.  Möchte man virtuelle Maschinen in die Cloud kopieren, sollte man dort seinem vCC Node unbedingt ausreichend Speicherplatz zuweisen, da hier alle Daten erst einmal zwischengespeichert werden. Das Virtual Data Center in der Cloud wird über die vCloud Director API eingebunden, wofür man lediglich die entsprechende URL kopieren muss.

Management

Virtuelle Maschinen können an allen verbundenen Standorten über eine einzige Konsole gemanagt und von einem Standort zum anderen kopiert werden.

Virtuelle Maschinen können an allen verbundenen Standorten über eine einzige Konsole gemanagt und von einem Standort zum anderen kopiert werden.

Nach erfolgreicher Installation öffnet man den vCloud Connector mit dem vSphere Client oder einem Web Browser und hat an allen verbunden Standorten Zugriff auf seine Templates, virtuellen Maschinen (VMs) und vApps (eine Gruppe von VMs, die in einem Container zusammengefasst werden und z.B. gemeinsam eine Anwendung bereitstellen). Man kann jetzt also auch mit seinem vSphere Client VMs im Virtual Data Center in der Cloud bereitstellen, an- und ausschalten, löschen oder kopieren. Eine Anmeldung am vCloud Director Web Interface ist dann nur noch nötig, wenn man die Rechen- und Speicherressourcen seiner Maschinen ändern oder Netzwerk- und Sicherheitseinstellungen konfigurieren will.

Kopieren

Möchte man eine virtuelle Maschine oder vApp von seiner vSphere Infrastruktur in die Cloud migrieren, wählt man die Aktion „Copy“.  Maschinen können selbstverständlich nur im ausgeschalteten Zustand kopiert werden. Außerdem sollte man darauf achten, dass sie nicht mit etwas „Unkopierbarem“ verbunden sind, wie zum Beispiel externe Geräte oder CDs. VMs werden immer als Template kopiert. Deshalb wählt man für das Kopieren nicht nur das Ziel, sondern auch einen Ordner, in dem das Template gespeichert werden soll.

Mit der Funktion „Deploy after copy“ kann man vApps unmittelbar nach dem Kopieren in der Cloud bereitstellen. Dafür können vorab noch ein paar Parameter definiert werden:

  1. Network Connection Mode: „direct mode“ oder „fenced mode“. “Fenced” bedeutet, dass identische virtuelle Maschinen in verschiedenen vApps mit isolierten MAC- und IP-Adressen aktiviert werden können.
  2. Netzwerkkonfiguration: In welchem Netzwerk soll die vApp bereitgestellt werden?
  3. Guest Customization: Hier legt man fest, welche Einstellungen für das Gast-Betriebssystem übernommen werden sollen, wenn die VM gestartet wird.

Stretch Deploy (Datacenter Extension)

Mit dieser Funktion erweitert man die Netzwerk- und Sicherheitseinstellungen seiner privaten VMware-Infrastruktur in die Public Cloud. Stretch Deploy funktioniert wie ein virtuelles Netzwerkkabel. Wenn VMs oder vApps in das Virtual Data Center in der Cloud transferiert und dort aktiviert werden, bleiben ursprüngliche Netzwerkeinstellungen erhalten. Die VM behält dieselbe IP-und MAC-Adresse und auch die bestehenden Firewall- und NAT-Regeln bleiben erhalten.

Task Monitoring

Unter „Tasks“ werden alle durchgeführten Operationen angezeigt. Hier kann man nachvollziehen, welche Aktionen gerade laufen oder bereits abgeschlossen wurden bzw. fehlgeschlagen sind.

Suchen

Die Suchfunktion kann vor allem für größere Infrastrukturen sehr hilfreich sein. Virtuelle Maschinen, vApps und Templates können für alle verbundenen Standorte nach Stichworten durchsucht werden.

Fazit

Der vCloud Connector ist ein praktisches Tool für Unternehmen, die ihre eigene VMware vSphere- oder vCloud-Infrastruktur mit gemieteten Ressourcen bei einem vCloud-Provider verbinden möchten (Hybrid Cloud). Der vCloud Connector macht vor allem dann Sinn, wenn Arbeitslast je nach Bedarf in die Cloud verlagert und dafür virtuelle Maschinen bzw. Templates sicher in die Cloud kopiert werden sollen. Durch die nahtlose Integration in vCenter und den vSphere-Client hat der Administrator alle Maschinen an beiden oder mehreren Standorten im Blick und kann sie über eine einzige Konsole managen. Er kann jetzt auch mit seinem vSphere-Client VMs in der Cloud aktivieren, ausschalten oder löschen.

Der Datentransfer erfolgt über eine HTTPS-Verbindung, sodass in den meisten Fällen keine Anpassungen an der Firewall notwendig sind. Allerdings benötigt man bei großen Datenmengen ausreichend Bandbreite und Geduld sowie einen vCC Node mit viel Speicherplatz, um auch große Templates vollständig zwischenspeichern zu können. Da die VMs nur im ausgeschalteten Zustand kopiert werden können, muss man bei produktiven Systemen mit längeren Service-Ausfällen rechnen.

Kunden, die ihre virtuellen Maschinen ohne längere Betriebsunterbrechung in ihr Virtual Data Center migrieren wollen, können dafür unseren Live Replication Service nutzen (siehe auch Blog Artikel „Produkt des Monats“). Damit werden die VMs nicht kopiert, sondern bei laufendem Betrieb in die Cloud repliziert. Erst wenn alle Daten vollständig übertragen wurden, wird die VM im Rechenzentrum des Kunden heruntergefahren und unmittelbar danach im VDC neu gestartet.

vCloud Connector Voraussetzungen und Download 

Der vCloud Connector 2.6 unterstützt  vSphere 4.x, 5.x und vCloud Director 1.5 und 5.x.

Die Software kann auf der VMware Website heruntergeladen werden.