VMware ließ es in San Francisco beben

Axel Dunkel und Marcus Nerger auf der VMworld 2014 in San Francisco

Axel Dunkel und Marcus Nerger auf der VMworld 2014 in San Francisco

Die VMworld ist die Plattform, auf der VMware jährlich seine Visionen für die Zukunft ausrollt und neue Produkte und Entwicklungen vorstellt. In diesem Jahr packten auch wir unsere Koffer und folgtem zusammen mit über 22.000 anderen Teilnehmern dem Ruf nach San Francisco.

Gleich zu Beginn bebte erst die Erde in Kalifornien und anschließend der Saal auf der VMworld während der Keynote von CEO Pat Gelsinger: Unter dem Motto „Keine Grenzen“ sucht VMware nach mehr als nur der Führung in der Server-Virtualisierung für Enterprise Umgebungen, nun wird auch das End-User-Computing massiv ins Visier genommen. Sichtbar wird das nicht zuletzt an der stark gestiegenen Produktvielfalt. VMware hat eine ganze Reihe von Technologie-Firmen gekauft, die das Portfolio vervielfacht haben.

Ein besonderer Coup ist VMware meiner Einschätzung nach dadurch gelungen, dass sie nun die gesamte Storage-Welt unter Zugzwang setzen. Bisher war VMware darauf angewiesen, dass die Hersteller neue Schnittstellen in den VMware-Produkten unterstützen. Das hauseigene (Software-Defined) Storage-Produkt „Virtual SAN“ versetzt VMware nun in die Lage, neue Features in vSphere zu implementieren, die zunächst nur vom eigenen Storageprodukt unterstützt werden, d.h. ohne auf andere Hersteller zu warten. Aber natürlich werden Kunden dann den jeweils eigenen Storage-Hersteller motivieren, die neuen Schnittstellen schnellstmöglich zu unterstützen, damit sie die neuen vSphere Funktionen nutzen können – was eine noch rasantere Entwicklung als bisher schon  im Bereich Storage erwarten lässt.

Der Durchbruch von NSX – der Virtualisierung des Netzwerkes – scheint kurz bevorzustehen. Ermöglicht NSX doch nicht weniger als die Möglichkeit, virtuelle Maschinen ohne Änderung der IP Adressen sogar zwischen dem eigenen Netz und der Cloud live hin und her zu migrieren. Es wird die Netzwerktechniker aber vor ganz neue Herausforderungen stellen – lange Jahre gelerntes Wissen gilt plötzlich nicht mehr. Ein System ist erreichbar, weil man eine ARP-Antwort erhält? Nicht mehr, denn der Hypervisor meint nicht zu Unrecht, es ginge schneller, wenn er selbst antwortet.

Schon vor der VMworld überraschte VMware mit der Ankündigung, dem eigenen Service samt Partnernetzwerk einen neuen Anstrich zu geben. Aus vCloud Hybrid Service wurde vCloud Air und aus dem vCloud Powered Service Provider Dunkel wurde über Nacht ein Hybrid Cloud Powered Service Provider im neuen VMware vCloud Air Network.

Die langen Tage in San Francisco, vollgepackt mit Vorträgen, Terminen und Präsentationen, machten deutlich, dass neue Technologien und damit auch neue Möglichkeiten in einem immer rasanter werdenden Tempo auf uns zukommen. Natürlich ist weiterhin nicht alles Gold was glänzend angepriesen wird. Doch so bleibt unsere Arbeit spannend, indem wir schauen, dass die wirklichen Vorteile  und kein  technologischer Schnick-Schnack bei unseren Kunden ankommen.