Hybrid Cloud mit VMware

VMware hat letzte Woche gemeldet, dass sie ihren vCloud Hybrid Service (vCHS) ab sofort auch in Europa anbieten. VMware Kunden, die ihre bestehende Infrastruktur mit Ressourcen aus einer Public Cloud ergänzen möchten, können diese jetzt im VMware Rechenzentrum im englischen Slough mieten. Der Hersteller entwickelt sich damit auch in Europa zu einem Cloud Service Provider. Kunden können nun wählen, ob sie ihre Hybrid Cloud direkt bei VMware mieten wollen oder bei einem VMware vCloud Partner. Auf jeden Fall ist die Ankündigung eine gute Gelegenheit, um sich die „Hybrid Cloud“ mal etwas genauer anzuschauen.

Was ist eine Hybrid Cloud?

Unter Hybrid Cloud versteht man die gleichzeitige Nutzung von eigenen (privaten) Cloud Infrastrukturen und gemieteten Rechen- und Speicherressourcen aus der Public Cloud. Dabei befindet sich die Private Cloud typischerweise im Rechenzentrum des Unternehmens. Im Falle von VMware reicht auch schon eine virtualisierte Infrastruktur auf der Basis von vSphere, wie sie bereits in vielen Unternehmen vorhanden ist. Wenn parallel dazu noch der eine oder andere Cloud Service genutzt wird, ist das noch keine hybride Cloud im eigentlichen Sinne. Davon spricht man erst, wenn die gemieteten externen Ressourcen netzwerktechnisch mit der eigenen Infrastruktur verbunden sind, sodass virtuelle Maschinen und Daten problemlos zwischen den Standorten verschoben werden können. Die Public Cloud funktioniert dann wie eine flexible Erweiterung des eigenen Rechenzentrums. Nun möchte kaum jemand sein Rechenzentrum dadurch erweitern, dass er noch ein paar Server vor die Tür stellt. Vielmehr sollen für die externen Systeme die gleichen Sicherheitsregeln gelten wie für die privaten Systeme vor Ort. Ein eigenes Netzwerksegment gehört deshalb ebenso zu den Mindestanforderungen wie Firewallschutz, Zugriffskontrolle und eine sichere Verbindung für den Datentransfer. Im Idealfall können die Ressourcen an beiden Standorten auch über ein und dieselbe Konsole verwaltet werden.

Hybrid Cloud mit VMware vCHS

Bei VMware können Kunden zwischen zwei Service-Varianten wählen: Dedicated Cloud und Virtual Private Cloud. Eine Dedicated Cloud besteht, wie der Name schon sagt, aus dedizierter Hardware, die man nicht mit anderen Kunden teilt. Dafür muss man auch mindestens 6 Terrabyte Storage, 120 GB vRAM und 30 GHz vCPU mieten. Die Dedicated Cloud ist eher eine Hosted Private Cloud und damit weniger flexibel als Public Cloud Ressourcen, die komplett nach Bedarf gemietet werden können. Die Virtual Private Cloud wiederum besteht aus Public Cloud Ressourcen auf einer gemeinsam genutzten Hardware Plattform, die aber logisch von den Systemen anderer Kunden getrennt sind (eigenes virtuelles Netzwerksegment). Auch hierfür gibt es eine Mindestabnahme.

Beide Infrastrukturen – die eigene vSphere Umgebung und die externen Cloud Ressourcen – werden über den vCloud Connector sicher miteinander verbunden. Das Plug-in ist kostenlos verfügbar und wird als virtuelle Appliance installiert. Mit dem vCloud Connector hat man die virtuellen Maschinen, vApps und Templates an beiden Standorten im Blick und kann diese auch nahtlos von A nach B und wieder zurück verschieben. Für die Administration benutzt man entweder den bekannten vSphere Client, ergänzt um ein Plug-in für den vCloud Hybrid Service oder das vCloud Automation Center (vCAC).

Hybrid Cloud mit einem Virtual Data Center in der Dunkel Cloud

Hybrid Cloud

Hybrid Cloud mit Virtual Data Center (VDC)

VMware hat auch ein Partnernetzwerk von Service Providern, die schon länger auf vergleichbare Art und Weise Cloud Infrastrukturen für Hybrid Cloud Services anbieten. Die
vCloud™ Powered Zertifizierung garantiert den Kunden die volle Kompatibilität im VMware-Umfeld und ein ausreichend hohes technisches Niveau der angebotenen Dienstleistungen. Was bei VMware die Virtual Private Cloud ist, heißt bei uns Virtual Data Center – hochverfügbare Cloud Ressourcen in privaten, voneinander getrennten Netzwerksegmenten. Eine Plattform auf der Basis von VMware vSphere, die auch als Private Cloud mit dedizierter Hardware gemietet werden kann und eine sichere Anbindung an das firmeneigene Netzwerk mit vCloud Connector und VPN sind weitere Gemeinsamkeiten. Interessanter sind wohl eher die Unterschiede:

  • Ressourcen nach Bedarf mit stundengenauer Abrechnung, auch ohne Mindestmenge und Mindestlaufzeit
  • Rechenzentren in Deutschland, SLAs und Support in deutscher Sprache
  • Ansprechpartner vor Ort, die auch individuelle Lösungen für eine optimale Integration in die bestehende Infrastruktur entwickeln können
  • Virtuelle Maschinen können bei Bedarf live repliziert und fast ohne Betriebsunterbrechung am neuen Standort aktiviert werden

So eine hybride Cloud ist ein guter Einstieg für Unternehmen, die erst einmal Erfahrungen mit Public Cloud Infrastrukturen sammeln wollen. Sie können ohne viel Aufwand ausgewählte Anwendungen in die Cloud auslagern, ohne die Kontrolle abgeben zu müssen.  Hier ist eine flexible Skalierbarkeit der Kapazitäten natürlich ein (Kosten-)Vorteil. Doch selbst Unternehmen, die ihre Anwendungen lieber im eigenen Rechenzentrum belassen wollen, können von einer hybriden Cloud Lösung profitieren. In Verbindung mit einem guten Disaster Recovery Service ist ein virtuelles Datacenter in der Cloud ein ideales und zugleich preiswertes Backup-Rechenzentrum für den Notfall.