Große Datenmengen effizient und preiswert speichern

DCSWas ist Cloud Storage?

Viele Nutzer verstehen unter Cloud Storage einen online-Speicher für Urlaubsfotos oder einen Austauschplatz für Daten einer Arbeitsgruppe. Für Unternehmen ist Cloud Storage ein professioneller Speicherservice mit Mehrwert.  Weil der Bedarf an Speicherressourcen in Firmen ständig wächst, lohnt sich ein etwas genauerer Blick auf den Cloud Storage und was er für Unternehmen leisten kann.

Cloud Storage ist Infrastruktur als Service. In diesem Fall geht es aber nicht um virtuelle Server und Rechenleistung sondern um professionellen Datenspeicher. Und dieser unterscheidet sich sehr von den Festplattensystemen, die man normalerweise kennt: 1. Man muss nicht investieren, sondern bezahlt nur für das, was man nutzt.  2. Cloud Storage eignet sich auch für große Datenmengen. Mehrere Hundert Terrabyte, die über normale Speichersysteme nicht mehr angesprochen werden können, sind kein Problem. 3. Er skaliert beliebig, d.h. die gespeicherten Datenmengen können sich nach Bedarf erhöhen oder verringern. 4. Die Daten werden automatisch mehrfach gespeichert und dadurch bestmöglich vor Verlust geschützt.

Wie funktioniert Cloud Storage?

Cloud Storage im klassischen Sinne ist objektbasierter Storage. Die Speicherung und das Management der Daten ist eine ganz andere als bei den sonst üblichen NAS- oder SAN-Speichersystemen. In Gesprächen mit Kunden vergleiche ich objektbasierten Storage gerne mit einem Hochregal-Lager. Die Daten werden als eindeutig identifizierbare Objekte ohne eine Hierarchiestruktur abgelegt. Es gibt praktisch nur zwei Funktionen: Objekt abgeben und Objekt abholen. Anders als bei einer Festplatte im Rechner können Dateien nicht im Speicher geändert und während der Bearbeitung für andere gesperrt werden. Für jede Änderung muss das Objekt aus dem Lager geholt, mit der jeweiligen Anwendung bearbeitet und anschließend wieder gespeichert werden. Deshalb eignet sich Cloud Storage am besten für Daten, die nicht permanent geändert werden.

Anders als bei Festplatten gibt es im Objekt-Storage keine Größenbegrenzung und es müssen auch keine Dateisysteme mit komplexen Inhaltsverzeichnissen mitgepflegt werden. Das Hochregal-Lager kann also beliebig groß sein. Gleichzeitig bietet die Technologie bessere Möglichkeiten, um Daten redundant zu speichern. Das heißt, jedes Objekt wird je nach Anbieter nicht nur in einem Lager, sondern gleichzeitig in mehreren Lagern parallel abgelegt. Die damit erzielte Datenverfügbarkeit geht weit über das Niveau eines RAID Systems hinaus.

Wie können Unternehmen Cloud Storage nutzen?

Da objektbasierter Cloud Storage spezielle Protokolle verwendet, kann er von den meisten Anwendungen nicht direkt angesprochen werden. Möchte man ihn analog zu einem Laufwerk in Windows nutzen, wird ein „Vermittler“ benötigt. Zu diesen Vermittlern gehören zum Beispiel Cloud Storage Gateways, die wir in einem der nächsten Beiträge genauer vorstellen werden. Für einen reibungslosen Datenaustausch zwischen den Systemen sorgen auch Client Lösungen wie CloudBerry Drive oder WebDrive, mit denen Cloud Storage wie ein externes Laufwerk in das eigene Netz eingebunden werden kann. Andere Programme wie Cloudberry Explorer oder Cyberduck stellen eine Drag & Drop Oberfläche für den Datentransfer zur Verfügung.

Die Übersetzung zwischen den unterschiedlichen Speicher-Protokollen kann auch direkt in eine Anwendung integriert werden. Mit den entsprechenden Web-Applikationen können zum Beispiel Bild-Dateien für Fotodatenbanken oder online-Shops aus dem Cloud Storage geholt und im Web Browser geladen werden. Andersherum kann eine dafür geeignete Backup-Software die Backups automatisch in einem Cloud Storage speichern und aus diesem auch wiederherstellen.

Die Offsite-Datensicherung gehört neben der Datenarchivierung zu den wichtigsten professionellen Anwendungsgebieten von Cloud Storage. Jedes Unternehmen sollte  für sich die Frage beantworten: Was passiert, wenn in einem Not- oder Katastrophenfall alle lokal gespeicherten Daten einschließlich der Backups unbrauchbar werden?  Alle, die diese Frage nicht mit einem entspannten Schulterzucken beantworten und sich auch kein zweites (virtuelles) Standby-Rechenzentrum mit kontinuierlicher Datenreplikation leisten wollen, können sich mit Cloud Storage eine ebenso praktische wie preiswerte Disaster Recovery Lösung aufbauen.

Empfehlungen für die Cloud Storage Wahl

Die Cloud Storage Anbieter verwenden standardisierte Schnittstellen, die sich aber im Detail unterscheiden können. Die Unterschiede hinsichtlich Redundanz und Speicherstandort spielen wahrscheinlich eine größere Rolle. Wem es wichtig ist, dass für die Speicherung seiner Daten die deutschen Datenschutzgesetze gelten, sollte einen Anbieter wählen, der nicht nur die Daten in deutschen Rechenzentren speichert, sondern auch seinen Firmensitz in Deutschland hat.  Wie ein aktueller Richterspruch zeigt, können US-Behörden selbst dann von US-Firmen Informationen über ihre Kunden anfordern, wenn die Daten in europäischen Rechenzentren gespeichert sind.

Das zweite wichtige Kriterium ist die Redundanz der Datenspeicherung. Wie schon erwähnt, kann ein Cloud Storage so konfiguriert werden, dass alle Daten automatisch mehrfach gespeichert werden – auf unterschiedlicher Hardware, in verschiedenen Netzwerksegmenten oder sogar in mehreren Rechenzentren. Nicht alle Anbieter haben diese Möglichkeiten oder bieten sie nur gegen zusätzliche Gebühren an. Auch mit einem Cloud Storage behalten Unternehmen die Verantwortung für ihre Daten und müssen selbst für die adäquaten Sicherheitsmaßnahmen sorgen.

Lesen Sie auch:

Cloud Storage in der Praxis – Teil 1: Was kann ein Cloud Storage Gateway? 

Cloud Storage in der Praxis – Teil 2: Die kleine Datensicherung zwischendurch

Cloud Storage in der Praxis – Teil 3: In einer Stunde vom Backup zum Disaster Recovery Plan