Die kleine Datensicherung zwischendurch

Cloud Storage in der Praxis – Teil 2

Administratoren kennen es wahrscheinlich alle: man möchte einen Datenbank-Dump, einen Software-Stand oder einen konsistenten Zustand einer Anwendung festhalten und archivieren, sei es aus einem „Bauchgefühl“ heraus oder um den Stand für ein anderes Projekt schnell zur Hand zu haben. Für solche Situationen ist der schnelle und unkomplizierte Zugang zum Dunkel Cloud Storage über einfache Kommandozeilen-Werkzeuge wie das kostenlose Linux Werkzeug „s3cmd“ bestens geeignet.

s3cmd ist in den meisten Standard-Repositories enthalten und wird normal über die Repositories installiert (Ubuntu/Debian: „apt-get install s3cmd“, CentOS/Redhat: „yum install s3cmd“). Die Konfigurationsdatei befindet sich unter ~/.s3cfg ; hier reichen folgende Zeilen aus:

[default]
access_key = <access-key>
secret_key = <secret-key>
host_base = dcs.dunkel.de
host_bucket = %(bucket)s.dcs.dunkel.de

Wobei unter “<access-key>” und “<secret-key>” die persönlichen Zugangsdaten für den Dunkel Cloud Storage einzutragen sind. Mit dieser Minimalkonfiguration kann man einen „Ordner“ (Bucket genannt) anlegen. Dieser muss einen eindeutigen Namen bekommen (keine zwei Buckets dürfen den gleichen Namen haben, auch nicht bei unterschiedlichen Kunden!); für den Bucket „ABC-Sicherung-3-72“ beispielsweise: s3cmd mb s3://ABC-Sicherung-3-72

In diesen Bucket können nun einfach Dateien abgelegt werden:
s3cmd put mein-dump.sql s3://ABC-Sicherung-3-72/mein-dump.sql

Genauso einfach kann die gespeicherte Datei (auch auf einem anderen System) wieder gelesen werden: s3cmd get s3://ABC-Sicherung-3-72/mein-dump.sql

Um die Daten automatisch zu ver- und entschlüsseln muss GPG auf dem System installiert sein und die folgenden Parameter in die Datei ~/.s3cfg hinzugefügt werden:

encrypt = True gpg_passphrase = meinpasswort

Nun werden alle Dateien automatisch mithilfe von GPG vor dem Speichern verschlüsselt und ebenso automatisch beim Herunterladen entschlüsselt, ohne dass hierfür die obigen Kommandos verändert werden müssen.

Einmal so eingerichtet ist dies eine gute Möglichkeit für die „Datensicherung zwischendurch“.

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Cloud Storage in der Praxis – Teil 1: Was kann ein Cloud Storage Gateway?

Cloud Storage in der Praxis – Teil 3: In einer Stunde vom Backup zum Disaster Recovery Plan