Die Cloud ist besser für das Klima

Vom 14.-15. Februar 2013 fand an der ETH Zürich die erste internationale ICT4S Konferenz statt (ICT4S – Information and Communication Technologies for Sustainability). Dabei ging es um die Frage, wie die Informations- und Kommunikationstechnologie selbst nachhaltiger werden kann bzw. zur nachhaltigen Entwicklung beitragen kann.

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Eingesparte Treibhausgas-Emissionen wenn 80% der Firmen eigene Server durch einen Cloud Service ersetzen.
(Quelle: Williams, D.R. et al. (2013), S. 24; siehe link im Text)

Einer der Konferenzbeiträge rechnete vor, dass IT-Services aus der Cloud, im Vergleich zu selbst betriebenen Servern, Millionen Tonnen CO2 Emissionen einsparen können. Die Autoren von der University of Reading und der Harvard Business School, in Kooperation mit Clever Together LLP aus London, haben für elf Länder ausgerechnet, wie viele Server durch einen Wechsel in die Cloud eingespart werden können. Dem Energieverbrauch der eingesparten Server stellten sie den Energiebedarf sowie die CO2 Emissionen der Cloud Server gegenüber und kamen auf ein Einsparpotenzial von insgesamt 4,5 Millionen Tonnen Treibhausgase, wenn 80 % aller Unternehmen in die Cloud wechseln würden. Dabei wurde auch berücksichtigt, wie emissionsintensiv die Stromversorgung in den jeweiligen Ländern aktuell ist. Wie in der Abbildung zu sehen ist, können Länder wie China und Deutschland mittels Cloud Computing besonders viel klimaschädigendes CO2 einsparen. Die Studie zeigte auch, dass der Effizienzgewinn bei kleinen und mittleren Unternehmen am größten ist. Der Anteil kleinerer Unternehmen an der Gesamtreduktion von Emissionen betrug 68 %.

Die Studie hat zunächst nur die Effekte für die drei Services eMail, CRM und Groupware berücksichtigt. Diese Services sind allerdings nur für ca. 1,7 % der Treibhausgasemissionen der ITK-Branche verantwortlich. Wenn man auch noch andere IT-Anwendungen einrechnet, liegen die Einsparpotenziale durch einen Wechsel von dedizierten Servern zur IT aus der Cloud noch um ein Vielfaches höher.
Gleichzeitig besteht die Gefahr, dass, wie so oft in der Vergangenheit, der sogenannte Rebound-Effekt eintritt: die Einsparpotenziale durch eine verbesserte Effizienz werden durch einen Zuwachs der Nutzerzahlen und der Endgeräte wieder aufgehoben.

Der beste Weg zu weniger Treibhausgasen ist und bleibt ein Umstieg von fossilen Brennstoffen auf alternative Energiequellen. Die Studie zeigt aber auch, dass gerade in Ländern wie Deutschland, mit einem immer noch sehr hohen fossilen Anteil an der Energieerzeugung, die Unternehmen mit einem Wechsel vom traditionellen Serverbetrieb zum energieeffizienten Cloud Service messbar zum Klimaschutz beitragen können.

Wer möchte, kann diesen und andere Beiträge in den Proceedings der Konferenz nachlesen.