Der Sound der Cloud

Klangkünstlerin Christina Kubisch; Foto: Flickr/ Florian Voggeneder

Wolken sind selbst für die meisten IT-Profis nach wie vor diese eleganten weißen oder bedrohlich grauen Gebilde am Himmel, die, wenn ihre Last zu schwer wird, das gespeicherte Wasser auf uns herabregnen lassen. Sobald aber aus der deutschen Wolke eine englische Cloud wird, ändert sich schlagartig die Assoziation. Aus dem Himmel werden Rechenzentren im Internet, in denen wir unsere Daten speichern und die uns alles, was die moderne IT so bietet, bequem als Service liefern. XaaS – also Anything as a Service – heißt das im modernen IT-Babylonisch.

Es gibt private, öffentliche, hybride und – derzeit schwer angesagt – multiple Clouds. Am Anfang als Hype verschrien, der genauso schnell vorüberziehen würde wie eine Gewitterwolke, heute IT-Alltag. Eigentlich meinen wir ja, schon alles über die Cloud zu wissen. Doch dann kommen ausgerechnet aus der Welt der Kunst neue Erkenntnisse.

Wie klingt eine Cloud?

Die Künstlerin Christine Kubisch macht die elektromagnetischen Wellen um uns herum hörbar. Für Ihre Klanginstallation „Cloud“ hat sie „Aufnahmen“ von elektromagnetischen Wellen aus Rechenzentren und Umspannwerken verdichtet. Wenn sich die Besucher mit ihren Induktions-Kopfhörern der metaphorischen Wolke aus 2000 m Kupferkabel nähern, hören sie den Klang der Cloud, der mit jeder Kopfbewegung und abhängig vom Abstand zu den Kabeln variiert.

Wer gerade im schönen Linz unterwegs ist, kann die Klangskulptur auf der Ars Electronica derzeit live erleben und sich anschließend auf dem Linzer Winzerfest von den Klängen erholen. Alle anderen können auch auf Soundcloud dem Sound der Cloud lauschen.

„Cloud“ von Christina Kubisch, Quelle: Soundcloud

Ich habe nicht die vollen, fast 18 Minuten durchgehalten und frage mich, wie unsere Digitalisierungsstrategie heute aussehen würde, wenn wir die immer dichter werdenden elektromagnetischen Wellen in unserem Alltag ständig so hören könnten.