Bitcoin – wozu das?

Über die virtuelle Währung Bitcoin (gemäß ISO 4217 mit dem Kürzel XBT versehen, umgangssprachlich häufig mit BTC abgekürzt) wird viel geschrieben und berichtet. Seit Oktober 2015 ist auch durch das EuGH bestätigt, dass das virtuelle Geld analog den konventionellen Währungen zu behandeln ist. Ist Bitcoin nun einfach irgendeine „spinnerte Idee“ oder steckt mehr dahinter?

Faszinierend an Bitcoin ist zunächst einmal eine brillante technische Idee: Es ist gelungen, die meisten Eigenschaften von Gold in virtuelle Daten umzusetzen. Daten, die – obwohl beliebig kopierbar – trotzdem nicht vervielfacht und mehrfach ausgegeben werden können. Und das alles funktioniert ohne eine zentrale Instanz. Analog zum Gold müssen Bitcoins „geschürft“ werden, ihre Menge ist begrenzt und je mehr Leute danach suchen, desto schwieriger wird es für jeden einzelnen, Bitcoins (Goldstücke) zu finden.

Wie Gold haben auch Bitcoins keinen festgelegten Wert. Sie werden über Börsen gehandelt und der Wert/Preis ergibt sich aus Angebot und Nachfrage.

Bitcoins können wie Goldstücke auch verloren gehen. Verliert man die Daten, sind die entsprechenden Bitcoins unwiederbringlich verloren. Im Gegensatz zu Gold haben Bitcoins aber die Vorteile der digitalen Welt: Es können Sicherheitskopien angelegt werden. Sie können also Ihre Bitcoins an mehreren Stellen gleichzeitig lagern. Ausgeben kann man sie aber trotzdem nur einmal!

Das Besondere an Bitcoins ist, dass sie ähnlich wie Bargeld verwendet werden können (also auch ähnlich anonym) und trotzdem keiner zentralen Verwaltungsinstanz unterliegen. Es gibt also keine Bank oder Kreditkartengesellschaft, die Transaktionen mit hohen Kosten belegen (Auslandsüberweisungen) oder ganz verweigern kann (Kreditkarten) – mit allen damit verbundenen Vor- und Nachteilen.

Hinter dem digitalen Geld steht eine faszinierende Technologie namens Blockchain, die auch eine Vielzahl ganz anderer Anwendungen möglich macht.

Wozu sich also damit beschäftigen? Mit einer Marktkapitalisierung von ca. 15 Mrd. Euro sind Bitcoins die mit Abstand relevanteste virtuelle Währung. Wie bei alle neuen Technologien ist auch diese erst einmal anders als das, was man gewohnt ist. Meine Empfehlung ist, sich lieber früher als später damit zu beschäftigen, um auch die Möglichkeiten, die die Blockchain-Technologie bietet, abschätzen zu können. Ich habe zum Beispiel schon 2013 von Frankfurt aus eine Essenseinladung in einem Berliner Restaurant mit Bitcoins bezahlt. In der Dunkel GmbH nutzen wir die Bitcoin-Technologie, um die Authentisierung zwischen Maschine-zu-Maschine-Kommunikationen abzusichern.

Auch wenn derzeit noch nicht viele Bitcoins als Zahlungsmittel nutzen, fangen wir schon einmal damit an, die Bezahlung von Rechnungen auch in Bitcoin zu akzeptieren. Ganz nebenbei kann man auch noch von dem wahrscheinlich weiterhin steigenden Wert der Bitcoins profitieren.